Warum Energie vor dem Training wichtiger ist als jedes Social-Media-Dogma
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Willenskraft mit Leistungsfähigkeit
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Durchhalten mit sinnvoller Belastung
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Social-Media-Narrative mit Physiologie
Pre-Workout: Warum Essen vor dem Training Sinn macht
Gerade bei frühen Morgen-Einheiten (8–9 Uhr) oder Nachmittags-Trainings sehe ich häufig:
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seit Stunden nichts gegessen
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niedriger Blutzucker
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hoher mentaler Stress
Und gleichzeitig der Anspruch:
„Heute will ich Leistung abrufen.“
Das funktioniert in den wenigsten Fällen.
Sportmedizinische Empfehlungen betonen klar, dass eine Energiezufuhr vor dem Training entscheidend für Leistungsfähigkeit, Koordination und Belastungsverträglichkeit ist:
👉 https://www.acsm.org/docs/default-source/files-for-resource-library/fueling-before-exercise.pdf
Wichtig:
Es braucht kein großes Essen.
Aber es braucht ein klares Signal: Energie ist da.
Praxisnahe Optionen:
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Whey im Wasser
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Banane
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Joghurt oder Skyr
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kleiner Proteinriegel
Nicht perfekt – aber funktionell.
Intra-Workout: Braucht man während dem Training etwas?
In den meisten Fällen: nein.
Für den klassischen Studio-Besucher reichen:
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Wasser
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bei Bedarf Elektrolyte
Intra-Shakes sind ein Werkzeug für spezielle Situationen, etwa bei sehr langen oder extrem intensiven Einheiten – nicht jedoch die Basis für Fortschritt.
Post-Workout: Shake, Mahlzeit – oder beides?
Der Mythos vom „anabolen Fenster“ hält sich hartnäckig.
Die Realität ist deutlich entspannter.
Entscheidend sind:
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Energie- und Proteinversorgung über den Tag
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regelmäßige Mahlzeiten
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sinnvolle Struktur
Ein Shake kann praktisch sein, ersetzt aber keine Ernährung.
Gerade hier passt auch der Gedanke, nicht weniger zu essen, sondern klüger – ein Thema, das ich hier ausführlicher behandelt habe:
👉 https://www.fullmotion.coach/warum-klueger-essen-mehr-bringt-als-weniger-essen/
Fasted Cardio & Cortisol – besonders bei Frauen
Cortisol ist morgens natürlich erhöht – das ist normal.
Problematisch wird es erst, wenn mehrere Stressoren zusammenkommen:
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Kaloriendefizit
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Schlafmangel
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hoher Alltagsstress
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intensive Belastung
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zu geringe Energiezufuhr
Das Internationale Olympische Komitee weist in medizinischen Konsensuspapieren darauf hin, dass eine dauerhaft niedrige Energieverfügbarkeit hormonelle Prozesse, Regeneration und Leistungsfähigkeit negativ beeinflussen kann – besonders bei Frauen:
👉 https://bjsm.bmj.com/content/52/11/687
Ein lockerer Spaziergang nüchtern ist meist unproblematisch.
Intensives Training ohne Energie dagegen häufig kontraproduktiv.
Realität aus dem Coaching-Alltag
Im Coaching zeigt sich immer wieder:
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nüchterne Trainierende bringen weniger Leistung
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reagieren empfindlicher auf Feedback
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sind schneller frustriert
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lernen schlechter
Das Training wird mühsam – für beide Seiten.
Das ist kein Motivationsproblem.
Das ist ein Energie- und Strukturproblem.
Fazit: Energie vor Disziplin
Training ohne Energie ist kein hartes Training.
Es ist schlechtes Training.
Wer Fortschritt will, braucht:
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Struktur
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Versorgung
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Einordnung statt Dogmen
Nicht jede Regel aus dem Internet.
Wenn du merkst, dass du trotz Training nicht weiterkommst
oder nicht weißt, wie du das Gelesene sinnvoll in deinen Alltag integrieren sollst:
Manchmal braucht es keine neue Regel,
sondern eine klare, individuelle Einordnung.
Wenn du dabei Unterstützung möchtest, melde dich gerne.
Franz Papouschek
Personal Trainer & Coach
Training mit Verstand. Struktur statt Ausrede.
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