Teil 1 der Serie „Bewegung ist nicht verhandelbar“
Dieser Artikel ist Teil der Serie „Bewegung ist nicht verhandelbar“.
Den Übersichtsartikel mit dem grundlegenden Gedanken zur Serie findest du hier:
👉 Bewegung ist nicht verhandelbar – warum Training kein Motivationsprojekt ist
Viele Menschen wissen, dass Bewegung ihnen guttut.
Sie spüren es sogar.
Mehr Energie.
Weniger Schmerzen.
Bessere Stimmung.
Ein klarerer Kopf.
Und trotzdem hören sie auf zu trainieren.
Nicht einmal.
Sondern immer wieder.
Es fehlt selten der Wille
Die meisten Menschen, die aufhören, sind nicht faul.
Sie sind nicht undiszipliniert.
Und ihnen fehlt auch nicht die Einsicht.
Was ihnen fehlt, ist Sicherheit, wenn Training nicht mehr so funktioniert wie geplant.
Denn Bewegung wird oft an Bedingungen geknüpft:
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Ich muss gesund sein
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Ich muss Zeit haben
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Ich muss leistungsfähig sein
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Es muss sich „lohnen“
Sobald eine dieser Bedingungen wegfällt, gerät alles ins Wanken.
Wenn das Leben dazwischenkommt
Training funktioniert selten dauerhaft unter Idealbedingungen.
Krankheit.
Verspannungen.
Schlafmangel.
Stress.
Phasen, in denen der Körper nicht mitmacht.
Genau hier passiert etwas Entscheidendes im Kopf.
Bewegung wird verhandelbar.
„Heute lieber nicht.“
„Diese Woche geht es nicht.“
„Ich starte wieder, wenn es besser passt.“
Was harmlos klingt, ist oft der Beginn eines langen Stillstands.
Das Alles-oder-nichts-Problem
Viele Menschen kennen nur zwei Zustände:
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ganz durchziehen
-
ganz sein lassen
Dieses Denken ist der größte Feind von langfristiger Bewegung.
Denn es lässt keinen Raum für Realität.
Sobald Training nicht mehr „richtig“ möglich ist,
fühlt es sich falsch an, überhaupt etwas zu tun.
Dabei wäre genau jetzt etwas anderes nötig: Anpassung.
Warum Aufhören sich oft „richtig“ anfühlt
Aufzuhören fühlt sich kurzfristig oft gut an.
Kein Druck.
Keine Entscheidung.
Kein Gefühl zu scheitern.
Doch langfristig entsteht etwas anderes:
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Frust
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Schuldgefühle
-
das Gefühl, wieder bei null zu sein
Nicht, weil Bewegung fehlt –
sondern weil Selbstwirksamkeit verloren geht.
Bewegung ist keine Motivationsfrage
Viele versuchen, dieses Problem mit Motivation zu lösen.
Neue Vorsätze.
Neue Programme.
Neue Ziele.
Doch Motivation ist unzuverlässig.
Was fehlt, ist etwas anderes:
👉 ein Umgang mit schwierigen Phasen.
Nicht die perfekte Woche entscheidet,
sondern die Fähigkeit, nicht auszusteigen, wenn es holpert.
Die dritte Option
Zwischen „alles geben“ und „alles lassen“ gibt es eine dritte Möglichkeit:
dranbleiben – in angepasster Form
Weniger Gewicht.
Andere Übungen.
Kürzere Einheiten.
Weniger Intensität.
Nicht als Rückschritt.
Sondern als bewusste Entscheidung.
Hier beginnt mentale Stärke.
Fazit dieses Teils
Menschen hören selten auf, weil Bewegung keinen Sinn macht.
Sie hören auf, weil sie nicht gelernt haben,
wie man weitermacht, wenn es schwierig wird.
Bewegung scheitert nicht am Körper.
Sie scheitert an Erwartungen.
Ausblick
Dieser Artikel baut auf dem Übersichtsbeitrag zur Serie auf.
Wenn du den Gesamtgedanken hinter „Bewegung ist nicht verhandelbar“ noch nicht kennst, lies ihn hier:
👉 Bewegung ist nicht verhandelbar – warum Training kein Motivationsprojekt ist
Im nächsten Teil geht es darum,
warum Anpassung kein Rückschritt ist –
sondern eine Form von Selbstführung.
Persönlicher Abschluss
Wenn du dich in diesem Text wiedererkennst,
wenn Bewegung für dich gerade schwierig ist
oder du das Gefühl hast, immer wieder neu anfangen zu müssen:
Du bist nicht allein damit.
Und genau darüber sprechen wir in den nächsten Teilen.
Franz
Personal Trainer & Coach
Fullmotion Coaching
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