Immer wieder höre ich im Gym denselben Satz:
„Ich trainiere doch – warum nehme ich nicht ab?“
Viele glauben, dass das Training im Fitnessstudio der entscheidende Faktor beim Abnehmen ist.
Doch nach vielen Jahren als Coach sehe ich immer wieder dasselbe Muster:
Das Training ist wichtig.
Aber der eigentliche Unterschied entsteht außerhalb des Gyms.
Zwei Beispiele aus meinem Coaching zeigen das sehr deutlich.
Beispiel 1 – 43 kg weniger, dann kam das Plateau
Ein Kunde von mir ist heute 68 Jahre alt.
Als er zu mir kam, wog er 173 kg.
Über zweieinhalb Jahre hat er unglaubliche Fortschritte gemacht und sein Gewicht auf 130 kg reduziert.
Doch irgendwann kam das, was viele kennen:
Das Plateau.
Er trainierte weiterhin im Gym.
Er hielt seine Ernährung ein.
Und trotzdem passierte auf der Waage nichts mehr.
Bei einem Telefonat sagte er zu mir:
„Franz, du erzählst immer, dass du jeden Monat über 100 km mit deinem Hund unterwegs bist.“
Das brachte ihn auf eine Idee.
Er begann selbst täglich mit seinem Hund spazieren zu gehen.
Keine extremen Workouts.
Keine zusätzlichen Diäten.
Einfach mehr Bewegung im Alltag.
Und plötzlich begann das Gewicht wieder zu fallen.
Beispiel 2 – Wenn zwei Cardioeinheiten alles verändern
Ein anderes Beispiel ist ein junger Athlet, den ich seit seinem 14. Lebensjahr betreue.
Damals spielte er sehr ambitioniert Fußball:
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viermal Training pro Woche
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Spiel am Wochenende
Er war extrem schlank und wollte eigentlich eher Muskeln aufbauen.
Dann hörte er mit Fußball auf.
Was passierte?
Er wuchs wie Unkraut.
Er baute viel Muskelmasse auf – aber auch Fett.
Als er leaner werden wollte, stellten wir seine Ernährung so ein, dass er ungefähr in der Erhaltungszone lag.
Doch das Gewicht stagnierte.
Er war frustriert und fragte mich im Training:
„Franz, was ist da los?“
Meine Lösung war simpel:
Zwei Cardioeinheiten pro Woche.
Sonst nichts.
Ein paar Wochen später kam er ins Gym und sagte zu mir:
„Es ist ein Wahnsinn, was diese zwei Cardioeinheiten ausmachen. Das Fett schmilzt und mein Sixpack kommt immer mehr heraus.“
Der Punkt, den viele unterschätzen
Der tägliche Energieverbrauch besteht nicht nur aus Training.
Der größte Teil entsteht durch:
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Bewegung im Alltag
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Gehen
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Stehen
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Treppen steigen
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Spaziergänge
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leichte Aktivität
Das nennt man NEAT (Non-Exercise Activity Thermogenesis).
Und genau dieser Teil wird massiv unterschätzt.
Ich habe darüber bereits ausführlicher geschrieben:
Ein Mensch, der sich viel bewegt, kann am Tag mehrere hundert Kalorien mehr verbrennen, ohne ein einziges zusätzliches Workout zu machen.
👉Warum dein Alltag mehr Kalorien verbrennt als du denkst
Selbst im Urlaub arbeitet dein Körper weiter – auch darüber habe ich bereits geschrieben:
👉Bewegung im Alltag – warum du deinen Körper auch im Urlaub trainierst
Warum das Gym trotzdem unverzichtbar ist
Das Training im Fitnessstudio hat eine andere Aufgabe.
Es sorgt dafür, dass dein Körper:
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Muskeln aufbaut
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stärker wird
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gesund bleibt
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den Stoffwechsel stabilisiert
Krafttraining formt deinen Körper.
Aber die tägliche Energiebilanz entsteht zu einem großen Teil durch Bewegung im Alltag.
Fazit
Wenn du abnehmen willst, reicht es nicht, nur ins Gym zu gehen.
Der Schlüssel ist die Kombination aus:
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strukturierter Ernährung
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regelmäßigem Krafttraining
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viel Bewegung im Alltag
Oder einfacher gesagt:
Das Training im Gym verändert deinen Körper.
Die Bewegung im Alltag verändert deine Energiebilanz.
Beides zusammen macht den Unterschied
Franz Papouschek
Gründer von Fullmotion Coaching
Seit vielen Jahren begleite ich Menschen dabei, durch strukturiertes Krafttraining, klare Ernährung und mehr Bewegung im Alltag wieder Kontrolle über ihren Körper zu gewinnen – unabhängig von Alter oder Ausgangspunkt.
Denn eines habe ich in all den Jahren als Coach gelernt:
Bewegung ist nicht verhandelbar.
Fullmotion – Training mit Verstand. Struktur statt Ausrede.
Eigentlich eine Selbstverständlichkeit – schließlich hat der Mensch zumindest bis zur Jungsteinzeit genauso gelebt…
Hallo Karlheinz,
da hast du vollkommen recht.
Über einen großen Teil der Menschheitsgeschichte war Bewegung ganz selbstverständlich Teil des Alltags – lange bevor es Fitnessstudios überhaupt gab. Gehen, tragen, arbeiten, jagen: Der Körper war ständig in Bewegung.
Heute versuchen wir oft, all diese Bewegung in eine Stunde Training im Fitnessstudio zu packen, während der Rest des Tages im Sitzen passiert.
Genau deshalb spielt die Bewegung im Alltag eine viel größere Rolle, als viele denken.
Danke dir für deinen Gedanken dazu.
Beste Grüße
Franz