Der Preis unserer Bequemlichkeit
Ich glaube, wir verlieren diese Fähigkeiten nicht von heute auf morgen.
Sie verschwinden schleichend.
Nicht, weil unser Körper dafür gemacht wäre.
Sondern weil unser Alltag sie immer seltener verlangt.
Wenn ich mit meinem Camper unterwegs bin, fällt mir etwas auf.
Je weiter ich in den Süden komme, desto öfter sehe ich Menschen, die ihre Pause im Hocken verbringen. Sie trinken einen Kaffee, unterhalten sich oder rauchen eine Zigarette.
Für sie ist das nichts Besonderes.
Für uns ist es oft schon eine Herausforderung.
Da frage ich mich jedes Mal:
Wann haben wir eigentlich aufgehört zu hocken?
Vielleicht genau in dem Moment, als wir begonnen haben, Bequemlichkeit mit Fortschritt zu verwechseln.
Die Rückkehr lässt sich nicht delegieren
Viele Jahre später betreten wir ein Fitnessstudio und beginnen genau jene Bewegungen wieder zu trainieren, die wir als Kinder ganz selbstverständlich beherrscht haben.
Wir nennen sie Kniebeugen.
Kreuzheben.
Bankdrücken.
Ich nenne sie lieber Grundbewegungen.
Nicht, weil sie spektakulär sind.
Sondern weil sie die Grundlage für ein selbstständiges Leben bilden.
Doch genau hier scheitern viele Menschen.
Wir leben in einer Zeit, in der wir für fast jedes Problem eine schnelle Lösung suchen.
Eine Pille, ein Pulver oder eine Injektion – Hauptsache, sie nimmt uns die Arbeit ab.
Doch unser Körper funktioniert anders.
Die Rückkehr lässt sich nicht delegieren.
Kraft.
Beweglichkeit.
Balance.
Selbstständigkeit.
All das entsteht nicht durch eine Abkürzung.
Sondern durch Bewegung.
Durch Zeit.
Durch Reibung.
Und genau deshalb ist sie nachhaltig.
Ich kann dir den Weg zeigen.
Gehen musst du ihn selbst.
Fazit
Vielleicht sollten wir aufhören, Grundübungen nur als Training für Sportler zu sehen.
Vielleicht sind sie vielmehr die Bewegungen, die darüber entscheiden, wie wir leben.
Ob wir selbstständig einkaufen gehen.
Ob wir unser Enkelkind auf den Arm nehmen können.
Ob wir ohne Hilfe vom Boden oder vom Sessel aufstehen.
Oder ob wir irgendwann auf Unterstützung angewiesen sind.
Darum trainiere ich keine Muskeln.
Ich trainiere Fähigkeiten.
Und genau deshalb spielt es für mich keine Rolle, ob jemand Bodybuilder, Powerlifter, Wiedereinsteiger oder 75 Jahre alt ist.
Die Bewegung bleibt dieselbe.
Nur das Ziel verändert sich.
Denn am Ende trainieren wir nicht für den nächsten Sommer, den nächsten Wettkampf oder die Zahl auf der Waage.
Wir trainieren Leben.
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Denn Wissen ist wertvoll.
Aber erst angewandtes Wissen verändert etwas.
Franz Papouschek
Newgen – Training mit Verstand, Struktur und Haltung.

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