Rückschläge. Entscheidungen. Neuanfänge. Und die Kraft, immer weiterzugehen.
Heute sehen viele Menschen den Personal Trainer. Den Coach. Den Mann im Fitnessstudio. Denjenigen, der anderen hilft, fitter, gesünder und stärker zu werden.
Was viele nicht wissen:
Die Geschichte von Fullmotion begann lange bevor es Fullmotion überhaupt gab.
Sie begann mit einem übergewichtigen Vater, der nicht auf einer Parkbank sitzen wollte.
Der dicke Papa auf der Parkbank
Vor vielen Jahren brachte ich rund 153 Kilogramm auf die Waage. Natürlich störte mich das Gewicht und natürlich wusste ich, dass es gesundheitlich nicht ideal war. Aber das war nicht der eigentliche Grund, warum ich etwas verändern wollte.
Der wahre Grund waren meine Kinder.
Ich wollte nicht der dicke Papa sein, der seinen Kindern hinterherhechelt oder auf einer Parkbank sitzt und ihnen beim Spielen zusieht. Ich wollte mitmachen. Laufen, spielen und erleben.
Zur gleichen Zeit hatte ich gerade mit dem Rauchen aufgehört. Und ich wusste genau: Wenn ich jetzt nichts ändere, werde ich noch schwerer.
Das Mountainbike verändert alles
Laufen war damals keine Option. Mit 153 Kilogramm wusste ich, dass meine Gelenke diese Belastung nicht lange mitmachen würden. Also suchte ich nach einer Alternative – und fand sie auf zwei Rädern.
Ich kaufte mir ein Mountainbike. Kein billiges. Rund 5.000 Schilling kostete es damals, für mich eine große Investition.
Rückblickend war es wahrscheinlich eine der besten meines Lebens.
Denn dieses Fahrrad brachte mich nicht nur in Bewegung. Es brachte mich auf einen Weg, der mein Leben verändern sollte.
Die Kilos purzelten. Meine Ausdauer wurde besser, meine Fahrtechnik ebenfalls. Mit jedem verlorenen Kilogramm wurde auch das Radfahren leichter. Aus einer Notlösung wurde eine Leidenschaft.
Ich entdeckte den Mountainbike-Marathonsport für mich.
Und irgendwann stand ich bei 87 Kilogramm auf der Waage.
Aus dem übergewichtigen Vater war ein Mountainbike-Marathonfahrer geworden.

Wenn mehr nicht mehr besser ist
Ich hatte damals einen ausgezeichneten Trainer. Er machte vieles richtig. Doch mir war das nicht genug.
Ich war überzeugt, dass ich schneller besser werden würde, wenn ich zusätzlich trainierte.
Also machte ich heimlich mehr.
Mehr Einheiten. Mehr Belastung. Mehr Ehrgeiz.
Heute weiß ich:
Mein Trainer hatte recht.
Und ich lag falsch.
Aus heutiger Sicht würde ich diesen Zustand als Übertraining bezeichnen.
Damals wusste ich nur eines: Der Biss für den aktiven Wettkampfsport war plötzlich weg.
Langsam wechselte ich die Seiten.
Vom aktiven Sportler zum Trainer. Vom Fahrer zum Organisator. Vom Wettkämpfer zum Vereinsfunktionär.
Ich wurde Obmann eines Radsportvereins und später sportlicher Leiter eines weiteren Vereins.
Ich war weiterhin mitten im Sport.
Aber nicht mehr auf dieselbe Art wie früher.
Während ich andere trainierte und Veranstaltungen organisierte, verbrachte ich immer weniger Zeit selbst auf dem Rad.
Das Gewicht stieg langsam wieder an.
Nicht von heute auf morgen.
Sondern schleichend.
Jahr für Jahr.
Die Hummel
Trotzdem redete ich mir vieles schön.
Ich war schließlich noch immer Trainer. Ich war noch immer im Sport. Und ich konnte mit 175 Kilogramm noch Berge hinauffahren.
Langsam, aber ich fuhr sie.
Bei einer Auffahrt sagte einmal einer meiner Trainingskollegen zu mir:
„Franz, du bist wie eine Hummel.“
„Wieso eine Hummel?“, fragte ich.
„Ich bin Imker“, sagte er. „Und eigentlich dürfte eine Hummel gar nicht fliegen können. Sie tut es aber trotzdem.“
Dann grinste er.
„Und du solltest da eigentlich auch nicht hochfahren können. Du tust es aber trotzdem.“
Wir lachten beide.
Und ich muss heute noch schmunzeln, wenn ich daran denke.
Doch so lustig die Geschichte auch war:
Sie änderte nichts daran, dass mein Gewicht immer weiter stieg.
Der Satz, den ich nie vergessen werde
Irgendwann näherte ich mich wieder der 190-Kilo-Marke.

Die Wahrheit war:
Ich hatte mich längst an meinen Zustand gewöhnt.
Den entscheidenden Schritt machte nicht ich.
Sondern meine Tochter.
Ohne mein Wissen vereinbarte sie einen Termin bei unserer Sportärztin Dr. Barbara Jonke-Schwab.
Also ging ich hin.
Ich setzte mich ihr gegenüber und sagte:
„Barbara, ich glaube, über kurz oder lang muss ich etwas tun.“
Sie sah mich an und antwortete:
„Franz, lange gibt’s bei dir nicht mehr.“
Diesen Satz habe ich bis heute nicht vergessen.
Anschließend schob sie mir die Visitenkarte eines Spezialisten für bariatrische Chirurgie über den Tisch.
In diesem Moment wurde mir klar:
Es ging nicht mehr um ein paar Kilo.
Es ging um mein Leben.
Eine zweite Chance
Ich vereinbarte einen Termin bei Univ.-Prof. Dr. Gerhard Prager.
Mit einem BMI von 64 diskutiert man nicht mehr über die perfekte Diät. Da geht es um etwas anderes.
Trotzdem zögerte ich.
Nicht Wochen. Nicht Monate.
Fast eineinhalb Jahre.
Ich schob Untersuchungen vor mir her. Ich schob Entscheidungen vor mir her. Ich schob mein Leben vor mir her.
Vor der Operation musste ich noch zehn Kilogramm abnehmen.
Bei einer Voruntersuchung sagte Prof. Prager zu mir:
„Herr Papouschek, Sie müssen noch zehn Kilo abnehmen.“
Meine Antwort kam spontan:
„Herr Doktor, zehn Kilo sind für mich zweimal aufs Klo gehen.“
Heute muss ich darüber lachen.
Damals war es mein Versuch, die Situation mit Humor zu nehmen.
Bis zur Operation nahm ich schließlich von rund 190 auf 177 Kilogramm ab.
Am 17. Oktober 2017 war es soweit.
Der Eingriff wurde durchgeführt.
Und ab diesem Zeitpunkt veränderte sich mein Leben erneut.
Innerhalb von elf Monaten sank mein Gewicht von 177 auf 104 Kilogramm.
Doch nicht nur mein Körper veränderte sich.
Es veränderte sich alles.
Was jetzt?
Damals arbeitete ich noch als Rotationshelfer in einer Druckerei.

Ich verdiente gutes Geld.
Sehr gutes Geld.
Doch die Schichtarbeit fraß mich innerlich auf.
Irgendwann wurde mir klar:
Wenn ich so weitermache, wird mich dieser Job irgendwann kaputtmachen.
Also kündigte ich.
Und stand erneut vor einem Neuanfang.
Was nun?
Die Antwort kam wieder von meiner Tochter.
„Papa, warum lernst du nicht das, worüber du dich immer aufregst?“
Und sie wusste genau, worüber ich mich aufregte.
Über die vielen selbsternannten Coaches. Menschen mit großen Versprechen. Menschen mit wenig Wissen. Menschen, die Gesundheit und Training erklärten, ohne jemals etwas dafür gelernt zu haben.
Also machte ich das, was ich schon lange hätte tun sollen.
Ich setzte mich wieder auf die Schulbank und absolvierte die Ausbildung zum Diplom-Trainer für Gesundheit und Sport.
Rückblickend war das der Moment, in dem Fullmotion entstand.
Warum ich das alles erzähle
Heute weiß ich:
Fullmotion bedeutet für mich weit mehr als Sport.

Es bedeutet, in Bewegung zu bleiben.
Körperlich. Mental. Beruflich. Menschlich.
Denn Stillstand war in meinem Leben nie die Lösung.
Bewegung schon.
Vielleicht ist genau deshalb Fullmotion entstanden.
Nicht aus Perfektion.
Nicht aus einem Businessplan.
Sondern aus Rückschlägen.
Aus Entscheidungen.
Aus Neuanfängen.
Und aus der Bereitschaft, immer wieder den nächsten Schritt zu machen.
Und genau deshalb bedeutet mir heute ein Satz mehr als jeder Trainingsplan:
Bewegung ist nicht verhandelbar.
Dank
Ein besonderer Dank gilt meiner langjährigen Sportärztin Dr. Barbara Jonke-Schwab, die damals die richtigen Worte fand, als ich sie am dringendsten hören musste.
Ebenso danke ich Univ.-Prof. Dr. Gerhard Prager, der mich auf meinem weiteren Weg begleitet hat.
Medical Center Schwab – Dr. Barbara Jonke-Schwab
http://www.medical-center-schwab.at/home.html
Univ.-Prof. Dr. Gerhard Prager – Bariatrische Chirurgie Wien
https://www.gerhardprager.eu/
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